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Liebe Freundinnen und Freunde des guten Wortes, liebe Lyrikfans,

Bernd Neumann schrieb mir ganz generell zum aktuellen Lyrische-Post-Projekt: »Heute ist Halbzeit deiner Summertime-Lyrik, und ich bin ein wenig traurig, weil die erste Hälfte schon vorbei ist, aber ich freue mich auch riesig auf die zweite Hälfte. Denn die erste Hälfte war ein so grooooßer Genuss, dass, wenn man nur eine Scheibe trocken Brot und den kalten Kaffee von gestern hätte, es immer noch ein Gourmet-Frühstück wäre.«

Lieben Dank, so angenehme Leserinnen und Leser zu haben, bleibt eine absolute Besonderheit!

Den Halbzeit-Gedanken von Bernd möchte ich aufgreifen, um noch einmal auf den Literaturwettbewerb des KulturSommers am Kanal hinzuweisen.

Dazu passt auch sehr gut eine Stimme von Andrea Schatz: »Mit Ihrer Summertime haben Sie mich mal wieder an der Angel, und das gleich doppelt. Ihre lyrische Brise erfrischt und macht Lust auf mehr, der erste Newsletter hat mich sogar zum Einsenden eines Gedichts inspiriert.«

Alle eingereichten Gedichte können Sie übrigens direkt einsehen!

Kommen wir zum Kultur-Highlight des Tages: Das sind für mich heute, ganz subjektiv, die optisch erfrischenden Meermomente. Mögen sie der Hitze etwas entgegensetzen! Genau wie Bäume mit ihren Schattendächern das tun.

Apropos Bäume: Der heutige Text handelt von einem Holzstapel.

Viel Vergnügen
Matthias Kröner

Der Holzstapel

Oh Mann, dieser Holzstapel! Wann immer ich einen ähnlichen Geruch rieche, bin ich wieder dort. Er schmeckte nach Harz, und die Hölzer waren unterschiedlich lang, und wir saßen darauf und rauchten, tranken Bier und nahmen alles auf eine Weise ernst und unwichtig.
Die Gleise waren noch nicht gelegt. Es konnte so viel passieren und nichts.
Ich fühlte diese Freiheit wie nie zuvor und vermutlich wie nie mehr hinterher. Es waren Augenblicke der absoluten Grenzlosigkeit, die ich in diesem Moment schon als besonders wahrnahm … Sprachen wir über die Zukunft? Ich glaube nicht. Wir sprachen über die Gegenwart, das, was uns in ihr beschäftigte. Wir zogen an unseren Kippen, wir hoben die Biere, wir sahen über die Ebene, vor der dieser Holzstapel geschlichtet war, ein wenig wackelig, und wir beobachteten zwei Reiher, die unentschlossen auf den Feldern landeten, wieder abhoben, landeten.
Ich hätte ewig dort bleiben können, und wahrscheinlich deshalb komme ich immer wieder dorthin zurück, wenn ich aussteige aus einer Wirklichkeit, die mir gut gefällt und auch nicht, und diesen Geruch rieche, wie damals, nur ohne Kippen und Bier, dafür mit einem kleinen Menschen an meiner Hand, der jetzt in den Waldkindergarten geht, während ich zurückreise und gleich wieder da bin und mich leicht schütteln muss, weil die Gleise gelegt sind, doch ich mich immer wieder daran erinnere, dass die Weichen von mir gestellt werden.
Es ist der Holzstapel, der mich daran erinnert. Es ist die Ebene. Es sind die Reiher.

P.S.: Schicken Sie diesen Newsletter jederzeit an gute Freundinnen und Freunde, die Lust auf Literatur haben. Wer die Newsletter bekommen möchte, braucht mir nur eine Mailadresse zu schicken oder kann sich direkt anmelden: www.fairgefischt.de/lyrische-post.html
 

 

Matthias Kröner - Grüner Weg 44 - 23909 Ratzeburg - Tel.: 0176/32331629