Liebe Freundinnen und Freunde des guten Wortes, liebe Lyrikfans,
gestern durfte ich mich über zwei Nachrichten von zwei meiner ehemaligen Deutschlehrerinnen freuen! So schrieb Petra Krämer, die mir im Deutsch-Leistungskurs des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Oberasbach den Faust und Rilkes Panther näherbrachte, zur Hitzefrei-Geschichte: »Schön waren sie nicht – die Pavillons! Und das Unterrichten verlangte uns Lehrern einiges ab wegen Hitze, Lärm, unebenem Boden … Und doch: der weite Weg über den Schulhof gönnte den Lehrern eine kleine Verschnaufpause, und man war auch weit weg von jeglicher Obrigkeit, was experimentelle Formen des Unterrichtens zuließ, die im Haupthaus wohl nicht möglich gewesen wären …«
Diese gewissenhafte und höchst nützliche Anarchie mochte ich an Frau Krämer immer!
Ingrid Reichensperger, die mir in Erlebnis-Aufsätzen eine Zwei, in sachlichen Berichten aber eine wesentlich mauere Note gab (und die schon mehrmals auf Lesungen von mir war, was ich total klasse fand!), lässt uns an ihren Sommer-Assoziationen teilhaben, die ich sehr schön beschrieben finde: »Sommer war, nach bestandenem Abi und dem Ende des Schulstresses, in den Schrebergarten meiner Eltern zu fahren, im Liegestuhl die Sonne zu genießen, zu lesen und Musik aus dem Kofferradio (gibt es so was heute noch?) zu hören. Ich liebte Summer in the City von The Lovin' Spoonful und Lazy Sunday Afternoon von Small Faces. Sommer war auch, mit meinem Vater an der Böschung der Autobahn bei Bayreuth zu sitzen und die Autokennzeichen zu erraten.«
Eine letzte Stimme soll es zum gestrigen Buchen-Gedicht noch sein: »Es gibt nur einen Architekten, der Deine schönen Zeilen in Bauwerken verewigt hat. Es ist der Spanier Antoni Gaudí, der Flora so meisterhaft umsetzen konnte wie niemand vor und nach ihm. Besonders die Bäume haben ihn inspiriert. In all seinen Objekten stecken Nachrichten, man muss sie nur für sich richtig deuten.« (Christine Seifert)
Als KulturSommer-Highlight des Tages empfehle ich das Abendliedersingen im Dom zu Ratzeburg. Warum? Weil gemeinsames Singen glücklich macht.
Und eine Geschichte, die ebenfalls vom Glück handelt, gibt es natürlich auch.
Viel Vergnügen
Matthias Kröner