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Liebe Freundinnen und Freunde des guten Wortes, liebe Lyrikfans,

zum gestrigen Liebesgedicht hat Sabine Welß herrlich fränkisch geantwortet: »Brauchts dazu erst einen Keiler?!«

Sehr schön auch die Reaktion eines anonymen Lesers zur Schwimmzüge-Geschichte: »Ich verfolge Ihre Gedichte und Texte ja nun schon seit Jahren und habe ja schon zu einem früheren Zeitpunkt mal festgestellt, dass Ihre Beiträge immer mehrere Ebenen haben, was mir sehr gefällt.« Und weiter: »Wir sind nur dann unsere Gedanken, wie es in der Geschichte heißt, wenn wir diese nicht hinterfragen. Das erzählerische Ich hat sich in der Geschichte seiner Mitte angenähert, die schon auf dem Rückweg schneller zu erreichen war als auf dem Hinweg. Zwar noch an der Oberfläche, aber die Frage, wie tief es hätte tauchen müssen, taucht schon auf.«

Schreiben Sie mir jederzeit, was eine Geschichte oder ein Gedicht mit Ihnen anstellt! Dieser gemeinsame Kontakt, dieser gegenseitige Austausch über literarische Worte bleibt eine ganz große Besonderheit der Lyrischen Post.

Sehr besonders ist auch das heutige KulturSommer-Event, das von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche gemacht ist: Till – 7 Streiche auf einen.

Sommer ahoi!
Matthias Kröner

Erdbeerplantage

Als wir den Fahnenmast aus der Erde geholt hatten und ihn auf das Gelände fallen ließen, sah ich das Schild, das mir zuvor verborgen geblieben war: „Erdbeerplantage abgeerntet“.
Dafür hatten wir all den Aufwand unternommen, waren durch ein Loch im Zaun gekrochen, hatten uns zuvor mit Maiskolben gestärkt, die wir auf den Feldern erbeutet und am Lagerfeuer gebraten hatten.
Wir rissen die Fahne ab, die eh die nächste Saison nicht erleben würde. Der Mast lag zwischen den abgeernteten Beeten, und wir vier wussten, wir können alles schaffen, zumindest heute in dieser extrem heißen Sommernacht, mein bester Freund, zwei Mädchen und ich.
Es fanden keine Küsse an diesem Abend statt. Nur wir fanden statt. Wir vier, jugendlich und stark und so eindeutig in unserem Wollen, die Erdbeerplantage zu plündern, die von Erwachsenen geerntet war, aber von uns geentert.
Die Fahne nahmen wir mit, und ich behielt sie lange wie eine Trophäe, die man braucht, um sich im Nachhinein zu vergewissern, wie das gewesen ist, auch wenn ich kein einziges Wort mehr weiß, das wir gewechselt haben.
Ich weiß nur, wir waren am Leben. So richtig. Und die wenigen Erdbeeren, die wir noch fanden, winzig und überrot, schmeckten wie Drogen, die wir nicht nahmen, weil sie uns keine größere Euphorie geschenkt hätten.
Auf dem Rad nach Hause schrie ich vor Glück in die Dunkelheit.

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Matthias Kröner - Grüner Weg 44 - 23909 Ratzeburg - Tel.: 0176/32331629